Mit der ePA für alle bekommen gesetzlich Versicherte eine elektronische Patientenakte, auch wenn sie nie selbst eine angelegt haben. Die Krankenkasse stellt sie bereit, solange Sie nicht widersprechen.

Die häufigste Frage danach ist nicht technisch. Sie lautet: Wer kann da eigentlich reinschauen? Hier die Antwort nach den Angaben des Bundesgesundheitsministeriums, Stand März 2026.

Wer zugreifen darf, und wie lange

Der Kreis der Zugriffsberechtigten ist gesetzlich geregelt. Zugriff gibt es nur, wenn Sie der ePA nicht widersprochen haben.

WerZugriff
Ärztinnen und ÄrzteIm Behandlungskontext, standardmäßig 90 Tage
ApothekenNach dem Stecken Ihrer Gesundheitskarte, standardmäßig 3 Tage
Ihre KrankenkasseKein Einblick in die Inhalte, auch nicht ihre Ombudsstelle

Der letzte Punkt überrascht viele: Die Kasse stellt die Akte bereit, kann die Dokumente darin aber nicht lesen. Die Abrechnungsdaten der Kasse werden allerdings automatisch in die ePA eingetragen.

Drei Dinge, die Sie selbst steuern

1. Dokumente verbergen

Über die ePA-App Ihrer Krankenkasse können Sie einzelne Daten vor allen Behandelnden verbergen. Das ist sinnvoll für Befunde, die mit der aktuellen Behandlung nichts zu tun haben und die Sie nicht jeder Praxis zeigen möchten.

2. Das Zugriffsprotokoll lesen

Jeder Zugriff wird mit Datum und Uhrzeit protokolliert, und Sie können das Protokoll einsehen. Ein kurzer Blick nach einem Praxisbesuch zeigt, ob der Zugriff zu dem passt, was Sie erwartet haben.

3. Widersprechen

Sie können der ePA jederzeit widersprechen, über die ePA-App oder direkt bei Ihrer Krankenkasse. Wer keine App nutzen möchte, kann sich an die Ombudsstelle der Kasse wenden.

Und die Familie?

Die ePA ist kein gemeinsamer Ordner. Wer die Akte eines Elternteils mitbetreut, sollte bei der Krankenkasse fragen, wie eine Vertretung eingerichtet wird, statt einfach die Zugangsdaten zu teilen. Ein Passwort weiterzugeben heißt, jede Einstellung oben aus der Hand zu geben.

Wenn Sie die Gesundheit älterer Eltern organisieren, finden Sie praktische Schritte in Gesundheit älterer Eltern organisieren.

Was Europa noch hinzufügt

Der Europäische Gesundheitsdatenraum verankert ähnliche Rechte EU-weit: Zugriff einschränken, sehen, wer zugegriffen hat, Korrekturen verlangen. Zeitplan und Details stehen in Europäischer Gesundheitsdatenraum.

Die Akte in der Hosentasche

Die ePA ist eine Sache. Die Befundfotos in Ihrer Galerie, das Labor-PDF in der Mail und der Screenshot im Familienchat sind eine andere, und dort gibt es kein Zugriffsprotokoll. Was auf dem Handy liegt, sieht, wer das entsperrte Handy in der Hand hat. Mehr dazu in wer die Daten auf dem Handy sehen kann.

Wie FichaMed hilft

FichaMed ist nicht mit der ePA verbunden. Es ist Ihre persönliche Übersicht, und bei der gilt dieselbe Frage: Wer kann sie sehen?

  • Die Daten bleiben auf Ihrem Gerät. Es gibt kein FichaMed-Konto für die klinische Akte, und das Team hat keine Kopie Ihrer Einträge.
  • Die App-Sperre fragt erneut nach Biometrie oder Gerätecode, wenn FichaMed im Hintergrund war. Für das entsperrte Handy auf dem Tisch.
  • Ein PDF pro Fachrichtung: Sie zeigen der Orthopädin die Orthopädie, nicht alles. Siehe wie der Export funktioniert.
  • Ein Profil pro Person, damit die Unterlagen der Mutter nicht zwischen Ihren eigenen landen.

Dieser Text fasst öffentliche Angaben zur ePA für die Praxis zusammen und ist keine Rechts- oder medizinische Beratung. Einstellungen und Abläufe können je nach Krankenkasse abweichen.